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Eine Lanze für "Nacktscanner"

Körperscanner, deren Gegner sie auch gerne als "Nacktscanner" bezeichnen, kommen bei Sicherheitskontrollen auf Flughäfen und anderswo immer mehr in Mode. Im Gegensatz zu herkömmlichen Metalldetektoren wird die Kleidung quasi durchleuchtet, in und unter ihr verborgene Gegenstände werden sichtbar. Dabei gibt es zwei grundsätzliche Verfahren. Das eine Verfahren arbeitet mit Röntgen-Rückstreuung und ist weniger verbreitet, wohl auch aufgrund des unklaren Gefahrenpotentials. Das andere Verfahren arbeitet mit Photonen im Bereich der Wärmestrahlung und dürfte unschädlich für den Körper sein. Dieses Verfahren wird auf US-Flughäfen eingesetzt.

In meinem Körper ist eine Menge Metall verborgen. Klassische Metalldetektoren schlagen generell an und melden das Metall. Das hat zur Folge, dass ich immer abgetastet werde. Ich zeige meinen Nachweis schon gar nicht mehr, der interessiert das Sicherheitspersonal (richtigerweise) nicht die Bohne. Die machen nämlich ihren Job und suchen mit der Hand nach möglichen Gegenständen. Das ging schon so weit, dass ich sogar die Hose runterlassen musste, damit sich der Beamte überzeugen konnte, dass da eine Narbe ist und dass das Metall im Körper steckt.

Abgesehen davon, dass dies Zeit kostet und mein Handgepäck sowie meine Geldbörse, Schlüssel etc. unbeaufsichtigt am Bandende der Sicherheitsschleuse auf mich warten, empfinde ich diese Prozedur als entwürdigend.

Als ich jetzt erstmals mit Metall im Körper in den USA war, empfand ich die Kontrolle am Körperscanner als viel angenehmer. Kein Metalldetektor mehr, ich stellte mich vor den Kasten, die Elektronik und ein Bediener stellten fest, dass ich nichts am Körper trug und das war's auch schon. Die gleiche Prozedur wie bei allen anderen, dass ich Metall unter der Haut trage fällt nicht auf, gibt keinen Alarm und interessiert auch niemanden. So muss das sein!

Klar sitzt da irgendjemand und schaut mich quasi ohne Kleidung von vorne und hinten an, aber ich gehe ja auch in die Sauna. Mich stört es nicht. Ich empfinde diese Prozedur als viel angenehmer als den blöden Metalldetektor (der ein Messer mit Keramikklinge mit ziemlicher Sicherheit durchgehen ließe). Insbesondere ist das Verfahren auch behindertengerecht.

Bei manchen Menschen wird es trotzdem Alarm geben, z.B. bei Diabetikern mit Insulinpumpe, aber bei denen schlägt auch der herkömmliche Metalldetektor Alarm.

Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass bei viel mehr Passagieren erheblich weniger manuelle Abtastungen vorkommen.

Deshalb meine Meinung: Nacktscanner sind cool! Ein echter Gewinn.

 

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